Wie erzeugt man in hellen Räumen kontrastreiche Großbilddarstellungen ?

Großflächige Präsentationsflächen gehören inzwischen seit vielen Jahren zum „Must have“ einer erfolgreichen Präsentationsveranstaltung, denn durch den Einsatz von Bild- und Bewegtbildmaterial können Informationen um ein vielfaches interessanter und einprägsamer vermittelt werden.

Bisher galt es vor jeder Veranstaltung aus den vielen zur Verfügung stehenden Technologien die für die jeweilige Veranstaltung Preis- / Leistungsmäßig am besten passende Lösung auszuwählen:

LED-Bildwände sind leuchtstark aber verhältnismäßig kostspielig

Die höchste Leuchtdichte bieten LED-Wände, insbesondere die für den Außeneinsatz gedachten Versionen mit 12 bis 20 mm (LED-)Punktgröße, bei denen man jedoch auch mindestens 12 bis 20 Meter Betrachtungsabstand einhalten sollte, überzeugen durch sehr hohe Leuchtdichten und den daraus resultierenden hohen Bildkontrasten. Aufgrund der großen Pixelgrößen weisen diese LED-Wände zumeist nur (sehr) niedrige Auflösungen auf.

Inhouse LED-Wände mit 3 bis 8mm Punktgröße können dank der deutlich kleineren LED’s bereits bei Abständen ab 3 bis 8 Metern überzeugen, denn analog der Abnahme der LED-Radien wächst (bei gleicher Bildgröße) die Auflösung; FullHD-Auflösungen sind bereits ab Bildbreiten von ca. 7m möglich. Parallel zur LED-Größe nimmt natürlich die Leuchtdichte ab, so dass diese Wände nur noch im Innenbereich richtig überzeugen können.

Bei beiden LED-Wandtypen (Out-/Indoor) werden je nach Größe zumeist zwischen 12 bis z.T. über 100 kW an Stromversorgung benötigt sowie eine bzw. mehrere  Tonnen Material während des Auf- und späteren Abbaus bewegt.  Entsprechend viel Manpower und somit Servicekosten erhöhen die ohnehin aufgrund der hohen Anschaffungskosten stolzen Mietpreise für LED-Wände in Größenregionen, die das Budget vieler Veranstaltungen weit überschreiten, so zuletzt u.a. auch beim EM-Einsatz 2012 des ZDF.

Steglose LCD- / Plasma Wände

Mit sogenannten steglosen LCD- oder Plasmabildschirmen lassen sich verhältnismäßig einfach größere Bildflächen aufbauen. Bei Lösungen bis 16 Bildschirmen beherrschen oftmals die Bildschirme bereits die erforderliche Skalierungsfunktion, alternativ übernehmen Splittrechner diese Aufgabe.Steglos ist eine sehr optimistische Darstellung, da die Nähte zwischen den Bildschirmen zumeist mindestens 3mm aufweisen, oftmals sogar in den zweistelligen Millimeterbereich hineinreichen. Diese Stege mögen bei manchen Bewegtbildeinsätzen, insbesondere zur Hintergrundgestaltung, etc. akzeptabel sein, spätestens jedoch bei Standbildern stört sich der menschliche Betrachter erheblich an der Stegstruktur. Preislich orientieren die Hersteller dieser Lösungen Ihre Produkte bisher nur leicht unterhalb der LED Lösungen ein, so dass die mit „Stegen“ erkaufte Ersparnis sichtbar vom Betrachter wahrgenommen wird, dafür jedoch nicht so pixelig wirkt.

Monitorprismenwände

Bei dieser Technologie werden vor kleinen Displays spezielle Prismenscheiben angebracht, die das Bild so vergrößern, dass eine nahezu nahtlose Darstellung erfolgen kann. Ähnlich anderer Wandsysteme ist beim Auf-/Abbau eine entsprechend hohe Masse zu bewegen und aufgrund der aneinanderstoßenden Prismen, ein sorgsames Vorgehen beim Auf- / Abbau erforderlich. Da diese Systeme nur in relativ kleinen Stückzahlen gefertigt werden liegen Sie in ähnlichen Preisgefügen wie die anderen Wandlösungen.

Steglose Rückprojektionswände

Bei den Rückprojektionswänden, die wohl längste am Markt eingesetzte Technik im Bereich geringerer Bautiefe, gibt es Lösungen, die nur sehr feine Nähte aufweisen. Da aufgrund der unterschiedlichen Lichtverteilung  (Lampe/Objektiv) der bei einer normalen Projektion kaum auffällige Leuchtdichtenabfall zum Rand hin, durch Aneinanderreihung sichtbar würde, werden besondere Splittrechner eingesetzt, um diese Nebenwirkungen in Echtzeit herauszurechnen. Der gegenüber LED Wänden und Steglosmonitoren höhere Platzbedarf (Bautiefe)  und die aufwändigen Splittrechner nehmen dieser Lösung die Möglichkeit, eine deutlich kostengünstigere Lösung zu sein. Auch gewichtsmäßig kommen bei Rückprowänden schnell mal mehrere Tonnen zusammen.

Auf- / Rückprojektion

Die mit Abstand kostengünstigste Möglichkeit größere Präsentationsflächen auszuleuchten, beinhaltet eine Auf- oder Rückprojektionsfläche sowie einer oder mehrere passende Projektoren.

Bei der Aufprojektion steht der Projektor auf der gleichen Seite der Leinwand wie die Betrachter. Das Licht des Projektors wird von der Leinwand zu den Betrachtern zurück reflektiert. Mit Objektiven für große Projektionsabstände kann zumindest bei professionellen Geräten die Beeinträchtigung des Sichtfeldes bzw. der Geräuschkulisse durch den Projektor vermindert werden.

Bei der Rückprojektion projiziert der Projektor das Bild durch die Leinwand in die Augen der Betrachter. Wichtig ist hierbei, dass die Projektoren möglichst oberhalb der Bildmitte platziert werden, da nur dann eine optimale Durchleuchtung zu den Betrachtern hin möglich ist.  Dieser Punkt wird leider von vielen Vermietern vernachlässigt, da eine hohe Platzierung eine entsprechend hohe Standlösung für den Projektor benötigt.

Der Aufbau ist zumeist in überschaubarer Zeit vollzogen. Gleichzeitig sind die anfänglich sehr hohen Anschaffungskosten für professionelle Projektoren deutlich in den fünfstelligen Bereich gesunken, so  dass der Einsatz von Auf- und Rückprojektionslösungen ein deutlich günstigeres Preisgefüge ermöglicht, als die anderen zuvor aufgezeigten Großbildalternativen.

Im Unterschied zu den LED- und Monitorlösungen wird das erzeugte Bild bei einer Projektion durch Reflexion bzw. Transmission (bei Rückprojektion) zum Auge des Betrachters geleitet. Entsprechend hat die vorhandene Umgebungshelligkeit einen entscheidenden Einfluss auf den Kontrastumfang des Bildes und somit der Qualität wie auch der Lesbarkeit, da das Raumlicht an der Oberfläche der Leinwand reflektiert wird und diese mehr oder weniger weiß erscheinen lässt, auch dort wo später der Betrachter einen Schwarzton wahrnehmen soll.

Da außerhalb von Kinos kaum jemand bereit ist, in einem nahezu komplett dunklem Raum längere Zeit einer bildlichen Darstellung zu folgen, zudem bei Vorträgen noch der bzw. die Vortragende(n) erkennbar sein sollten, wird oft ein Kompromiss aus mehr oder weniger stark abgedunkeltem Raum mit einem mehr oder weniger gut (ggf. nur schwach) erkennbaren Bild gewählt. Zum Teil wird durch den Einsatz mehrerer leistungsstarker Projektoren versucht, den Kontrastreichtum der Darstellung zu verbessern.

In den letzten Jahren sind immer wieder spezielle Leinwandtücher und Rückprojektionsscheiben im Markt erschienen, die entweder durch ein geändertes Reflektions- bzw. Streuverhalten eine scheinbare Lichtverstärkung in eingeschränkten Sichtbereichen ermöglichten. Oftmals eigneten sich diese Technologien jedoch nur für kleine Abmessungen, da die Einschränkungen der Betrachtungswinkel ab gewissen Größen einfach vom Betrachter aus keine gleichmäßige Darstellung für die gesamte Bildbreite mehr zuließen.

Parallel dazu sind in den letzten Jahren Leinwände mit mehrlagigen „optischen“ Tüchern entwickelt worden, die in 6 bis 12 Schichten Lichtkanäle und Frequenzfilter kombinieren, um einfallendes Streulicht bestmöglich auszufiltern und möglichst nur das Licht des Projektors zum Betrachter zurück zu reflektieren.Aufgrund der hohen Entwicklungskosten sind im Vergleich zu den oben aufgeführten Technologien mit Multilayerleinwänden aktuell nur in wenigen Fällen finanziell interessante Lösungen in großen Abmessungen (ab 400*300 cm und größer) realisierbar.

Zusammenfassung

Bis dato stand man somit bei einer Veranstaltung immer vor der Wahl, hohe Kosten für eine selbstleuchtende Großbildwand akzeptieren oder zu moderaten Kosten mit einer kontrastarmen Projektion oder einer Projektion in einer „Dunkelkammer“ vorlieb nehmen zu müssen.

Der Lage bewusst, dass viele Präsentationen entweder in zu dunkler Umgebung oder mit einer nicht wirklich überzeugenden Bildqualität abgehalten werden, wurden mehrere hundert Bildwandprodukte unterschiedlicher Hersteller geprüft und letztendlich können Lösungen realisiert werden, die es ermöglichen in einer Kombination aus einem professionellen Projektor und einer Spezialleinwand auch in hellen Räumen Projektionsergebnisse zu erzielen, die bezüglich Leuchtdichte  und Kontrastumfang ähnliche Ergebnisse aufzeigen wie aktuelle lichtstarke Displays deutlich kleinerer Bauart bzw. Inhouse LED-Wände.

Hellraumleinwände ermöglichen kontrastreiche Aufprojektionen in hellen Räumen

Hellraumleinwände (in den Formaten 200x150, 240x180, 300x220, 400x300 sowie 543x300 cm  im Vermietungspool) bieten somit die Möglichkeit, preiswert Großbildpräsentationen per Aufprojektion auch in nicht abgedunkelten Räumen mit kontrastreicher Darstellung realisieren zu können.

Bei Spezialleinwände für komplette Raumlösungen gilt es zu beachten, dass diese Leinwände nicht für den Einsatz in dunkler Umgebung vorgesehen sind, da es dann beim Einsatz von lichtstarken Projektoren zu einer starken Blendung kommen kann. Projektoren mit eingebauter Iris-Funktionalität helfen bei stärkeren Raumlichtschwankungen ein Überstrahlen der Hellraumleinwand zu verhindern.

Für den Vermietungseinsatz kommen Leinwände zum Einsatz, die bei Bildbreiten über 3m aus mehreren Teilen bestehen, um die einzelnen Teile noch durch die Eingangstüren der Räume, Hallen oder Zelte transportieren zu können. Dank einer entwickelten Transport- und Liftlösung lassen sich die Spezialleinwände in relativ kurzer Zeit auf- bzw. abbauen.

Für stationäre Installationen können (entsprechend große Zugänge vorausgesetzt) auch größere Bildformate in einem Stück gefertigt werden.

Die Vorteile einer Präsentation in heller Umgebung sind:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit der Teilnehmer, auch über längere Zeit hinweg, da die kontrastreiche Darstellung nicht zu Unkonzentriertheit oder Kopfschmerzen führt.
  • Die Teilnehmer werden nicht mehr so leicht müde, sind konzentrierter.
  • Die Teilnehmer können die komplette Gestik des Vortragenden erfassen.
  • Der Vortragende kann die Reaktionen seiner Teilnehmer wahrnehmen und den Verlauf der Präsentation optimal an die Auffassungsgabe der Teilnehmer anpassen und dadurch den Erfolg der Veranstaltung erhöhen.
  • Die Teilnehmer können jederzeit Notizen anfertigen oder Info’s nachschlagen, etc.
  • Und beim „teuren Buffet“ wird niemand darüber reden, dass man nichts lesen bzw. erkennen konnte.

Bodo